Oswald Smatlak

Weber. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1924    † 1944

 

Lebenslauf

Oswald Smatlak wurde am 10.7.1924 in Ebergassing (Niederösterreich) geboren. Er arbeitete als Weber. Von 1938 - 1940 war er bei der Hitler-Jugend. Er war bei der Firma Haas & Söhne beschäftigt. Am 15. 10. 1942 wurde er in die deutsche Wehrmacht eingezogen.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 13. 11. 1942 wurde Oswald Smatlak verhaftet und am 8. 10. 1943 in Berlin gemeinsam mit Anton Watzek, Wladimir Kubak, Erich Navratil und Albert Seifert (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 10.5.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„(…) trat im Sommer 1941 auf Grund der Werbung durch Kubak dem KJV in Ebergassing bei und bezahlte einen Beitrag von 0,50 RM monatlich. Kubak machte ihn dann mit dem Mitangeklagten Navratil und Watzek sowie mit Budin bekannt. Etwas später lernte er auch Herynek kennen. Nachdem er im Winter 1941 durch Kubak die Bekanntschaft des Hadaček, des Leiters der KJV-Gruppe Mitterndorf, gemacht hatte, übernahm er die Funktion eines Verbindungs- und Lit.-Mannes zu dieser Gruppe.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Ehrengrab am Friedhof Ebergassing

Ursprünglich Gruppe 40. Am 5. 3. 1946 exhumiert nach Friedhof Ebergassing; dort ein Ehrengrab.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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